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Das 18. Jahrhundert war eine Epoche weiblicher Herrschaft im Russischen Reich, die 1797 durch die Einführung der männlichen Primogenitur beendet wurde. Katharina II., eine gebürtige Prinzessin von Anhalt-Zerbst, kam nach einem Putsch gegen ihren Ehemann Peter III. auf den Thron und regierte von 1762 – 1796. Reformen und eine stetige Expansion des Imperiums prägten ihre Regierungszeit. Sie wetteiferte mit Friedrich II. von Preußen und Kaiser Joseph II. bei der Verfolgung aufgeklärter Reformziele und stand mit berühmten Philosophen wie Voltaire und Diderot in intensivem Briefwechsel. In ihren Memoiren entwarf sie das Bild einer aufgeklärten Herrscherin auf dem Thron. Bereits zu Lebzeiten erhielt sie den Ehrentitel „Katharina die Große“. Im Vortrag wird der Fokus auf der Selbstdarstellung und Herrschaftslegitimation der Kaiserin sowie auf den wichtigsten Reformmaßnahmen ihrer Regierung liegen.


Obwohl die preußische Bevölkerung den Tod Friedrichs II. im August 1786 nach 46jähriger Regierungszeit eher mit Erleichterung denn mit tiefer Trauer aufnahm, wurde Preußens großer König schon bald zum Ansatzpunkt einer historisch-politischen Mythenbildung. Als „Friedrich der Einzige“ stand er fortan im Zentrum eines neuartigen preußischen Patriotismus, der nicht zuletzt die Integration der kulturell und historisch äußerst heterogenen Einzelteile Preußens unter dem Dach der Hohenzollernmonarchie befördern sollte. Zugleich wurde Friedrich schon bald nach seinem Ableben zum willkommenen Geschäftsmodell einer boomenden Souvenir-Industrie. Und auch in den folgenden zwei Jahrhunderten oszillierte das öffentlich gezeichnete Friedrich-Bild zwischen politischer Instrumentalisierung – etwa wenn die berühmten „Fridericus-Rex-Filme“ der 1930er Jahre den König gegen die historischen Fakten zu einem Vorreiter der deutschen Einigung stilisieren wollten – und einem preußenfeindlichen Exorzismus. In diesem Sinne will der Vortrag kein biographisches Lebensbild liefern, sondern einen Beitrag zur wechselvollen Rezeptionsgeschichte einer schillernden historischen Figur.


Am Beginn des 19. Jahrhunderts stand Württemberg am Abgrund und es hätte nicht viel gefehlt, dass es Napoleon für immer von der Landkarte verschwinden lassen würde. Was dann aber geschah, war das genaue Gegenteil – das süddeutsche Land erhielt vom Kaiser der Franzosen den machtpolitischen Rückhalt der Erhebung zum Königreich und enorme territoriale Zugewinne. Parallel dazu zog Napoleon jedoch die Ressourcen Württembergs erbarmungslos für seine Feldzüge heran; allein in Russland verloren 1812 über 20.000 Landeskinder ihr Leben. Der durchgehend bebilderte Vortrag lässt die württembergische Politik, die Schlachten sowie das oftmals bittere Erleben der Bevölkerung vor dem inneren Auge auf dramatische Weise auferstehen. Der Referent Thomas Schuler gilt als einer der führenden Napoleon Experten Deutschlands, hat mehrere Bücher über den Kaiser der Franzosen geschrieben und wirkte an zahlreichen Fernseh- und Radiosendungen zu diesem Thema mit.


Politisches Charisma ist schwer zu definieren. Entweder man hat es oder man hat es nicht – so scheint es jedenfalls. Die Frage ist aber, inwiefern eine charismatische Ausstrahlung sich nicht auch medialen Strategien verdankt und gezielt erzeugen lässt. Kaiserin Maria Theresia (1717 – 1780) war eine Herrscherin, der von ihren Zeitgenossen wie den späteren Historikern ein außergewöhnliches Charisma zugeschrieben wurde. Was davon war ihrer Rolle, was ihrer Person geschuldet? Der Vortrag geht der Frage nach, wie ihre Wirkung unter den politischen und medialen Bedingungen des 18. Jahrhunderts zu erklären ist. Der Kontrast zwischen der vormodernen Erbmonarchien und modernen Politiker*innen kann womöglich auch den Blick auf das Phänomen des politischen Charismas heute schärfen.